Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg: Brussels Round Table „Endlagerung/Akzeptanz"
 
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Endlagerung/Akzeptanz: Experten-Gespräch der


Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg

Am 20.04.2011 veranstaltete die Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg in Brüssel einen Round Table zum Thema „Endlagerung/Akzeptanz“. An der Diskussion nahmen Vertreter aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union teil, in denen Kernkraftwerke betrieben werden oder geplant sind, Mitglieder aus Beratungsgremien für Regierungen, aber auch Vertreter von Organisationen, Behörden, Ausschüssen und Unternehmen, die sich mit der Entsorgung radioaktiver Abfälle befassen. Der Teilnehmerkreis umfasste somit ausgewiesene Experten zum Thema Endlagerung aus insgesamt 13 Staaten. Ziel der Zusammenkunft war, eine Plattform zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch aus den verschiedenen Staaten zu schaffen.

Die Veranstaltung zeigte offensichtlich die Notwendigkeit einer europäischen Diskussion und einen internationalen Erfahrungsaustausches. Beeindruckend ist die sehr unterschiedliche Betrachtung der Rolle der Kernenergie nach den Ereignissen in Fukushima. Die Spannbreite reicht vom Weiterbau (Finnland, Niederlande etc.) bis zum Totalausstieg (Deutschland). Hier werden noch erheb grenzüberschreitenden Auswirkungen auf die europäischen Nachbarn auftreten, insbesondere sind Probleme im Bereich der Netze und Speicher zu lösen. Auch die unterschiedlichen Planungsstadien lassen erhebliche Verzögerungen bei der Umsetzung der EU-Richtlinie erwarten.

Die unterschiedlichen geologischen Verhältnisse in den Mitgliedstaaten führen zu Lösungen, die in anderen Ländern auf Ablehnung stoßen, hier geben die technischen Voraussetzungen die Prioritäten vor. Unter der Voraussetzung einer Eignung hinsichtlich der Sicherheit hat die Standortsuche zu zwei Vorgehensweisen geführt: Einmal werden Endlagerstätten dort erstellt, wo auch die Vorteile aus dem Betrieb von Kernkraftwerken anfallen. Andere Standorte erhalten vom Kraftwerksbetreiber und dem Staat einen finanziellen Lastenausgleich oder immaterielle Förderung.

Bei den Planungsverfahren sollte eine Beteiligung der Nachbarländer nach dem Vorbild der Ostseekooperationsabkommen selbstverständlich sein, insbesondere an Standorten in Grenznähe. Die Prozesse müssen transparent ablaufen und auf die Befürchtungen der Menschen eingehen. Dies ist umso mehr der Fall als der technische Sachverstand bei den wenigsten vorausgesetzt werden kann. Ziel muss sein, Vertrauen herzustellen und Akzeptanz nicht nur als bloße Duldung des Unvermeidbaren zu schaffen.

Eine rationale Diskussion über die Endlagerfrage und mit ihr über die Kernenergie kann nicht losgelöst von den Gefühlen der Menschen erfolgreich sein. Die Beiträge der Teilnehmer belegten nachdrücklich, wie die Mentalitäten in den Mitgliedsstaaten den Stil der Diskussion prägen. Dabei spielen sicher unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Ausgangspositionen eine Rolle. Es war aber auch ein unterschiedliches „Profil der Ängste“ in der Bevölkerung der jeweiligen Staaten feststellbar. Eine Analyse in diesem Bereich wäre sehr interessant. Durch die Fortsetzung eines Erfahrungsaustauschs zwischen den Mitgliedstaaten können alle Beteiligten nur profitieren.

 

 

Nuclear Storage/Acceptance: Round Table of the


Foundation Energy & Climate Protection Baden-Württemberg


(
Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg)

On April 20th, 2011 the Foundation Energy & Climate Protection Baden-Württemberg organized a round table in Brussels on the topic of "Nuclear Waste Storage/ Acceptance." Representatives from member states of the European Union where nuclear power plants are currently operating or planned took part in the discussion, as well as members of advisory bodies for governments, but also representatives of organizations, agencies, committees and companies that deal with the disposal of radioactive waste. Therefore, the participants were recognized experts on the subject of permanent disposal sites for radioactive waste from a total of 13 states. The goal of the meeting was to create a platform in order to be able to exchange opinions and experiences from different countries.

The event clearly showed the need for a European debate and an international exchange of experiences. The very different views of the role of nuclear energy after the events in Fukushima are impressive. They range from the ongoing construction (Finland, Netherlands, etc.) to a total withdrawal from nuclear energy (Germany). Significant discussions on the cross-border impact on European neighbors will take place; especially problems related to networks and storage are still to be solved. Due to the different stages in planning, significant delays in implementing the EU Directive can be expected.

The different geological conditions result in solutions for some member states which are rejected in other countries, giving priority to the technical conditions. Under the condition of the suitability in terms of safety, the site selection has led to two approaches: disposal sites are being installed where benefits from already operating nuclear power plants incur. Other locations receive financial or non materialistic support either from the power plant operator and/or the State.

In the planning process, a participation of neighboring countries should be self-evident, taking the Baltic Sea Cooperation Agreement as an example, in particular at locations near international borders. The processes must be transparent and responsive to the concerns of the population. This is much more the case as the necessary technical expertise cannot be assumed. The objective must be to build trust and acceptance and not just a mere tolerance of the unavoidable.

A rational debate on the issue of final nuclear waste disposal and with it on nuclear energy cannot be successful if it is separated from the feelings and concerns of the people. The contributions of the participants demonstrated insistently how the mentalities in the member states shape the style of the discussion. Without any doubt, different economic and social starting positions play a role in this discussion as well. But there was also a different "profile of fear” observed in the population of the countries. An analysis in this area would be very interesting. Continuing the exchange of experiences between the member states can only be to the benefit for all participating countries.

 

 
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© 2012 Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg
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